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Rentenpunkte einfach erklärt: So berechnet sich Ihre Rente

Von , bekannt vom YouTube-Kanal Steuerratgeber·Stand: 24. Juli 2026

Für die Höhe der gesetzlichen Rente zählt am Ende nur eine Größe: die Summe der über das Erwerbsleben gesammelten Rentenpunkte, in der Fachsprache Entgeltpunkte genannt. Viele Rentnerinnen und Rentner kennen zwar ihren letzten Verdienst, wissen aber nicht genau, wie sich daraus die spätere Rente ergibt. Anhand eines einfachen Beispiels, einem Bruttoeinkommen von 2000 Euro im Monat, lässt sich die Systematik gut nachvollziehen und zeigen, wie unterschiedlich viele Beitragsjahre sich am Ende auswirken.

Was sind Rentenpunkte eigentlich?

Ein Rentenpunkt, offiziell Entgeltpunkt, entsteht immer dann, wenn Ihr eigenes Bruttoeinkommen in einem Jahr genau dem durchschnittlichen Einkommen aller gesetzlich Versicherten in Deutschland entspricht. Verdienen Sie mehr, erhalten Sie entsprechend mehr als einen Punkt, verdienen Sie weniger, entsprechend weniger. Da das Durchschnittseinkommen jedes Jahr neu festgelegt wird, verändert sich auch der Maßstab: 2018 lag es bei rund 38.121 Euro im Jahr, 2023 bereits bei 43.142 Euro. Wer über Jahrzehnte hinweg immer das gleiche Bruttogehalt bezieht, sammelt also in Jahren mit niedrigerem Durchschnittseinkommen etwas mehr Punkte als in späteren Jahren mit höherem Durchschnitt.

So wird ein Rentenpunkt berechnet

Die Formel dahinter ist einfacher, als sie klingt. Zunächst wird das Jahresbruttoeinkommen durch das Durchschnittseinkommen des jeweiligen Jahres geteilt. Bei 2000 Euro brutto im Monat ergibt sich ein Jahreseinkommen von 24.000 Euro. Geteilt durch das Durchschnittseinkommen von 2023, also 43.142 Euro, ergeben sich rund 0,56 Rentenpunkte pro Jahr. Multipliziert mit der Anzahl der Beitragsjahre erhalten Sie die Gesamtzahl Ihrer Rentenpunkte. Diese Punktzahl wird anschließend mit dem sogenannten aktuellen Rentenwert multipliziert, der 2023 bei 37,60 Euro je Punkt lag. Das Ergebnis ist Ihre monatliche Bruttorente.

Beispielrechnung: 2000 Euro Brutto pro Monat

Auf dieser Grundlage lässt sich für ein durchgängiges Bruttoeinkommen von 2000 Euro im Monat, Stand 2023, folgende Bruttorente pro Monat errechnen, je nachdem wie viele Beitragsjahre zusammenkommen:

Die Rechnung zeigt deutlich: Jedes zusätzliche Beitragsjahr erhöht die Rente spürbar, ein Sprung von 35 auf 50 Jahre bringt bei diesem Beispiel gut 300 Euro mehr im Monat. Trotzdem bleibt die Rente in allen Varianten weit unter dem ursprünglichen Bruttolohn von 2000 Euro. Selbst nach 50 Beitragsjahren, also einem besonders langen Versichertenleben, erreicht die Bruttorente nur wenig mehr als die Hälfte des früheren Einkommens.

Warum diese Rechnung nur ein grober Anhaltspunkt ist

Diese Beispielrechnung ist bewusst vereinfacht. In der Praxis verdient kaum jemand vom ersten bis zum letzten Arbeitstag exakt den gleichen Bruttolohn, und auch das Durchschnittseinkommen sowie der aktuelle Rentenwert ändern sich jedes Jahr. Der Rentenwert wird in der Regel zum 1. Juli angepasst, sodass sich die genannten Beträge in späteren Jahren etwas verschieben. Wer seine eigene Rentenhöhe genauer einschätzen möchte, findet die individuell erworbenen Rentenpunkte in der jährlichen Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung. Diese Beispielrechnung dient daher vor allem dazu, die Systematik hinter der Rentenberechnung verständlich zu machen, nicht dazu, eine exakte Prognose für die eigene Situation zu liefern.

Was diese Zahlen für die eigene Vorsorge bedeuten

Wer erkennt, dass die gesetzliche Rente bei einem mittleren Einkommen von 2000 Euro brutto auch nach vielen Beitragsjahren spürbar unter dem gewohnten Lebensstandard liegt, kann diese Information nutzen, um frühzeitig über eine zusätzliche Altersvorsorge nachzudenken, sofern dafür noch finanzieller Spielraum besteht. Für Menschen mit besonders niedriger Rente trotz langer Versicherungszeit lohnt sich zudem ein Blick auf die Grundrente, die unter bestimmten Voraussetzungen einen Zuschlag zur regulären Rente vorsieht. Mehr dazu finden Sie im Beitrag Grundrente: Anspruch und Höhe.

Fazit

Die Höhe der gesetzlichen Rente hängt unmittelbar davon ab, wie viele Rentenpunkte über das Erwerbsleben gesammelt wurden, und diese wiederum ergeben sich aus dem Verhältnis des eigenen Einkommens zum jeweiligen Durchschnittseinkommen. Am Beispiel von 2000 Euro Bruttoeinkommen im Monat zeigt sich, dass selbst 50 Beitragsjahre nur zu einer Bruttorente von rund 1046 Euro führen, Stand 2023. Da sich sowohl das Durchschnittseinkommen als auch der aktuelle Rentenwert jährlich ändern, sind solche Berechnungen immer nur eine Orientierung für den jeweiligen Zeitpunkt. Für eine verlässliche Einschätzung der eigenen Rentenhöhe bleibt die persönliche Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung die wichtigste Quelle. Es handelt sich hierbei um eine allgemeine Information und keine individuelle Rentenberatung.

Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung. Rechtsstand: 24. Juli 2026.