1.200 Euro Zahlbetrag: 66 Prozent der Männer bekommen mehr, aber nur 34 Prozent der Frauen
1.200 Euro Rente im Monat, Kranken- und Pflegeversicherung schon abgezogen: Damit bekommen 66 Prozent der Männer mehr, aber nur 34 Prozent der Frauen. Derselbe Betrag steht in der Statistik der Deutschen Rentenversicherung also an zwei verschiedenen Plätzen, bei den Männern etwa im unteren Drittel, bei den Frauen etwa im oberen Drittel.
Wer 2025 oder 2026 neu in Rente gegangen ist, vergleicht sich mit den Zugangsrenten eines Jahres. Das erklärt der Beitrag Durchschnittsrente: Neurentner 2025 bekamen 1.196 Euro. Hier geht es um den Bestand, also um alle Altersrenten, die Ende 2025 gezahlt wurden, auch solche, die vor Jahrzehnten begonnen haben. Georg und Sigrid, zwei erfundene Personen, zeigen, wie Sie Ihren Platz ablesen und was das Finanzamt 2026 danach noch nimmt. Das ganze Haushaltseinkommen mit Betriebsrente und Mieten ist ein anderes Thema, dazu steht mehr im Beitrag 1.400 Euro im Monat: Wo Sie mit Ihrer Rente wirklich stehen.
Alle Prozentwerte und Mittelwerte in diesem Beitrag gelten für den Zahlbetrag: die Rente nach Kranken- und Pflegeversicherung, vor der Steuer. Für die Bruttorente aus dem Bescheid gelten sie nie.
Welche Zahl Sie danebenlegen
Die Bestandszahlen der Rentenversicherung enden am 31. Dezember 2025. Die Erhöhung vom 1. Juli 2026 um 4,24 Prozent kennt die Statistik nicht. Wer den heutigen Betrag danebenlegt, vergleicht deshalb schief. Der richtige Wert steht auf dem Kontoauszug vom Dezember 2025: Bei gesetzlich Pflichtversicherten ist der Zahlbetrag die Rentenzahlung auf dem Kontoauszug.
Fehlt der alte Auszug, teilen Sie Ihren heutigen Zahlbetrag durch 1,04. In diesem Teiler stecken die Erhöhung und der gestiegene durchschnittliche Zusatzbeitrag der Krankenkassen, der 2025 bei 2,5 Prozent lag und 2026 bei 2,9 Prozent liegt. Das Ergebnis stimmt auf wenige Euro, aus Sigrids 1.248,50 Euro im Beispiel unten werden so wieder 1.200 Euro.
Für freiwillig oder privat Versicherte passt der Kontoauszug nicht. Ihnen überweist die Rentenversicherung die Rente samt Beitragszuschuss, die Statistik zieht dagegen rechnerisch einen Eigenanteil in Höhe dieses Zuschusses ab. Für den Vergleich nehmen Sie deshalb die Überweisung abzüglich des doppelten Beitragszuschusses.
Georg und Sigrid
Georg, Jahrgang 1949, war Zimmermann und ist seit 2014 in Rente. Sigrid, Jahrgang 1951, war Schulsekretärin und ist seit 2016 in Rente. Beide sind alleinstehend, haben erwachsene Kinder, sind pflichtversichert und haben außer ihrer gesetzlichen Rente kein Einkommen. Beide sind erfundene Beispielpersonen, ihre Beträge sind eine Modellrechnung.
| Georg | Sigrid | |
|---|---|---|
| Rente vor Abzügen, Dezember 2025 | 1.709,10 Euro | 1.366,47 Euro |
| Kranken- und Pflegeversicherung (12,15 Prozent) | 207,66 Euro | 166,03 Euro |
| Zahlbetrag Dezember 2025 | 1.501,45 Euro | 1.200,44 Euro |
| Rente vor Abzügen seit Juli 2026 | 1.781,59 Euro | 1.424,42 Euro |
| Kranken- und Pflegeversicherung (12,35 Prozent) | 220,03 Euro | 175,92 Euro |
| Zahlbetrag seit Juli 2026 | 1.561,56 Euro | 1.248,50 Euro |
Für den Vergleich zählen die Werte vom Dezember, also rund 1.501 Euro und 1.200 Euro. Georg bekommt damit deutlich mehr. Wer von beiden besser dasteht, hängt am Maßstab.
Georg: in der Mitte aller Männer, unter dem Mittel seiner Gruppe
An einem Samstagvormittag legt Georg den Auszug vom Dezember auf den Balkontisch, daneben den Zollstock, der nach all den Jahren noch immer in der Jacke steckt. Ein Zimmermann nimmt erst Maß.
Die erste Messung ergibt seinen Platz. Bei 1.500 Euro bekommen 51 Prozent der Männer mehr, Georg steht mit 1.501 Euro also fast genau in der Mitte. Hätte er seine 1.709 Euro vor Abzügen genommen, läge er scheinbar weit vorn, denn bei diesem Betrag bekämen nur rund 39 Prozent der Männer mehr. Dieser Vergleich wäre falsch, die Tabelle kennt nur Zahlbeträge.
Zweimal messen, einmal sägen, so hat Georg es gelernt. Die zweite Messung stammt aus einer anderen Auswertung der Rentenversicherung. Sie ordnet nach Versicherungsjahren, also Beitragszeiten plus beitragsfreie Zeiten ohne Berücksichtigungszeiten. Georg hat 45 Jahre. Männer mit 45 bis 50 Versicherungsjahren liegen im Mittel bei 1.824 Euro Zahlbetrag, Georg liegt 323 Euro darunter. Über seine Arbeit sagt diese Zahl nichts. Trotzdem nagt sie an ihm.
Der Maßstab hat zwei Teile
Der Platz zeigt, wie viele Männer oder wie viele Frauen mehr bekommen. Die Gruppe zeigt das Mittel der Männer oder Frauen mit ähnlich vielen Versicherungsjahren. Erst mit beiden Werten wissen Sie, wo Sie stehen. Eine einzelne Durchschnittsrente kann das nicht leisten.
Verrechnen lassen sich die beiden nicht, denn sie stammen aus zwei Auswertungen. Beim Platz zählen alle Altersrenten von Ende 2025 mit, auch die gut 1,2 Millionen Renten ins Ausland. Die Gruppenwerte lassen unter anderem die Vertragsrenten weg, für die wegen ausländischer Versicherungszeiten oder eines Wohnsitzes im Ausland zwischenstaatliches Recht gilt. Sie decken rund drei Viertel der Altersrenten ab.
Die Auslandsrenten sind im Schnitt klein. Für Rentner in Deutschland liegen die Anteile deshalb etwas höher: Bei 1.200 Euro bekommen höchstens rund 72 Prozent der Männer und 36 Prozent der Frauen mehr.
Die Statistik zählt außerdem Renten und keine Personen. Betriebsrenten, Witwenrenten und Pensionen stehen nicht darin. Wer so etwas zusätzlich bekommt, hat insgesamt mehr, als dieser Vergleich zeigt. Georg hat nur seine gesetzliche Rente. Er steckt den Zollstock wieder ein und kennt seinen Platz.
Sigrid: dieselbe Messung, das umgekehrte Bild
Sigrid heftet ihre Kontoauszüge ab wie früher die Schülerakten, ein Griff in den Ordner genügt: 1.200 Euro Zahlbetrag im Dezember 2025. Am Telefon liest ihr Bruder die Zahl für Männer vor. Bei 1.200 Euro bekommen 66 Prozent mehr. Rund zwei Drittel vor ihr, denkt Sigrid, nach 37 Versicherungsjahren mit Teilzeit und Kindern.
Dann sucht sie die Zeile für Frauen. Dort bekommen nur 34 Prozent mehr als sie, rund zwei Drittel liegen mit weniger hinter ihr. Auch die zweite Messung passt: Frauen mit 35 bis 40 Versicherungsjahren haben im Mittel 1.087 Euro Zahlbetrag, Sigrid liegt 113 Euro darüber.
Ein bitterer Rest bleibt. Als Mann stünde sie mit demselben Betrag etwa im unteren Drittel. Das sagt mehr über die Frauenrenten in diesem Land als über Sigrid. Gerecht ist das nicht.
So ordnen Sie sich selbst ein
Sie brauchen Ihren Zahlbetrag vom Dezember 2025 und zwei Tabellen. Nehmen Sie nur die gesetzliche Altersrente, ohne Betriebsrente und ohne Witwenrente. Die erste Tabelle zeigt den Platz.
| Zahlbetrag im Dezember 2025 | Männer mit mehr | Frauen mit mehr |
|---|---|---|
| 900 Euro | 76 Prozent | 55 Prozent |
| 1.200 Euro | 66 Prozent | 34 Prozent |
| 1.500 Euro | 51 Prozent | 17 Prozent |
| 1.800 Euro | 33 Prozent | 8 Prozent |
| 2.100 Euro | 19 Prozent | 3 Prozent |
Die Werte sind Anteile an den Altersrenten, Auslandsrenten eingeschlossen. Zwischen zwei Stufen schätzen Sie.
Die zweite Tabelle zeigt die Gruppe. Auch das sind Zahlbeträge, und es sind Durchschnitte. Niemand bekommt nach 45 Jahren automatisch 1.824 Euro, wie Georg zeigt.
| Versicherungsjahre | Männer im Mittel | Frauen im Mittel |
|---|---|---|
| 30 bis unter 35 | 938 Euro | 915 Euro |
| 35 bis unter 40 | 1.193 Euro | 1.087 Euro |
| 40 bis unter 45 | 1.565 Euro | 1.284 Euro |
| 45 bis unter 50 | 1.824 Euro | 1.491 Euro |
| 50 und mehr | 1.938 Euro | 1.537 Euro |
Ihre Versicherungsjahre zählen Sie im Versicherungsverlauf nach, den Sie jederzeit anfordern können. Berücksichtigungszeiten, etwa wegen Kindererziehung, zählen dabei nicht mit. Wer genau 40 oder 45 Jahre hat, gehört in die höhere Gruppe.
Ein Platz in der Statistik macht keine Rente höher. Er zeigt aber, ob eine Sorge berechtigt ist oder nur ein Gefühl.
Was das Finanzamt 2026 noch nimmt
Ihr Platz steht vor der Steuer fest. Für die Steuer rechnet das Finanzamt dann wieder mit der Rente vor Abzügen. Die folgende Rechnung gilt für das Steuerjahr 2026, ohne Kirchensteuer. Sie nimmt die Rente, die im Kalenderjahr tatsächlich fließt: sechs Monate mit dem alten und sechs Monate mit dem neuen Betrag.
Der steuerfreie Teil wird einmal in Euro festgeschrieben, mit der Rente aus dem Jahr nach dem Rentenbeginn. Bei Georg sind das 32 Prozent von 14.535,95 Euro aus dem Jahr 2015, bei Sigrid 28 Prozent von 12.357,48 Euro aus dem Jahr 2017.
| Rechenschritt 2026 | Georg | Sigrid |
|---|---|---|
| Jahresrente, sechs Monate alter und sechs Monate neuer Betrag | 20.944,13 Euro | 16.745,31 Euro |
| abzüglich festgeschriebener steuerfreier Teil (Rentenfreibetrag) | 4.652 Euro | 3.460 Euro |
| abzüglich Werbungskosten-Pauschbetrag | 102 Euro | 102 Euro |
| Gesamtbetrag der Einkünfte | 16.190,13 Euro | 13.183,31 Euro |
| abzüglich Kranken- und Pflegeversicherung (12,35 Prozent) | 2.586,60 Euro | 2.068,05 Euro |
| abzüglich Sonderausgaben-Pauschbetrag | 36 Euro | 36 Euro |
| zu versteuerndes Einkommen, abgerundet | 13.567 Euro | 11.079 Euro |
| Einkommensteuer 2026 | 184 Euro | 0 Euro |
Nach Rentenfreibetrag, Kranken- und Pflegeversicherung und Pauschalen bleibt bei Georg mehr als der Grundfreibetrag von 12.348 Euro. Bis zu diesem Betrag fällt keine Einkommensteuer an, bei ihm nur auf den Rest darüber. Die Tarifformel ergibt 184 Euro im Jahr, gut 15 Euro im Monat. Die Rentenversicherung behält davon nichts ein, Georg zahlt über seinen Steuerbescheid. Vorauszahlungen setzt das Finanzamt erst ab 400 Euro im Jahr fest. Das Finanzamt bleibt bei ihm der kleine Posten, Kranken- und Pflegeversicherung nehmen seit Juli 220 Euro im Monat.
Sigrid zahlt 0 Euro. Nach denselben Abzügen bleibt sie unter den 12.348 Euro. Eine Steuererklärung muss sie trotzdem abgeben, denn für die Pflicht zählt der Gesamtbetrag der Einkünfte vor Kranken- und Pflegeversicherung, und der liegt bei ihr 835 Euro über dieser Grenze. Auch wer am Ende 0 Euro zahlt, kann also zur Erklärung verpflichtet sein. Warum das bei Rentnern getrennte Fragen sind, steht im Beitrag Abgeben müssen oder zahlen müssen: Bei Rentnern sind das zwei Fragen.
Georg muss ebenfalls abgeben. Ohne Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein ist die Erklärung für 2026 bis zum 2. August 2027 fällig, denn der 31. Juli 2027 ist ein Samstag. Bei Ehepaaren mit gemeinsamer Erklärung zählen beide Renten, die Grenzen für Pflicht und Steuer verdoppeln sich. Wie stark das Jahr des Rentenbeginns die Steuer verändert, zeigt der Beitrag Steuer bei 1.500 und 2.200 Euro Rente.
Eine Durchschnittsrente verschluckt Lebensläufe
Wer nur einmal vergleicht, beruhigt sich zu früh wie Georg oder erschrickt umsonst wie Sigrid. Georg hat Dachstühle aufgerichtet, Sigrid eine Schule am Laufen gehalten. Wir reden viel zu oft über die eine Durchschnittsrente, und die verschluckt solche Lebensläufe. Platz und Gruppe sollte die Rentenversicherung jedem selbst mitteilen. Bis es so weit ist, messen Sie zweimal wie Georg: Holen Sie Ihren Auszug vom Dezember 2025 heraus.
Stand: 31. Oktober 2026. Quellen der Statistikwerte sind der Band 236 “Rente 2025” der Deutschen Rentenversicherung (Juli 2026), Tabellen 21.01 G, 21.02 G, 41.01 G und 41.02 G sowie Vorwort Abschnitt 5.1, und “Rentenversicherung in Zahlen 2026” (Stand 25. Juni 2026), Seiten 39 und 42 bis 45. Alle Werte gelten für Renten wegen Alters im Bestand am 31. Dezember 2025. Die Prozentanteile sind aus den Zahlbetragsklassen summiert, mit Auslandsrenten. Die Mittelwerte nach Versicherungsjahren enthalten keine Vertragsrenten, keine umgewerteten Renten und keine nicht auswertbaren Fälle. Die rund 39 Prozent sind eine lineare Schätzung innerhalb der Klasse, die Höchstwerte für Rentner in Deutschland nehmen an, dass alle Auslandsrenten unter 1.200 Euro liegen. Rechtsgrundlagen sind Paragraf 22 Nummer 1 Satz 3 Buchstabe a Doppelbuchstabe aa EStG (Besteuerungsanteil und festgeschriebener steuerfreier Teil), die Paragrafen 9a, 10, 10c, 32a und 37 EStG, Paragraf 56 EStDV (Pflicht zur Erklärung) sowie die Paragrafen 108 und 149 AO (Frist). Verfahrensstand: Gerechnet ist nach geltendem Recht für 2026. Der Regierungsentwurf eines Einkommensteuerreformgesetzes 2027 (Bundestagsdrucksache 21/8235) ist nicht beschlossen und nicht eingerechnet. Georg und Sigrid sind erfundene Personen. Die Rechnung nimmt an: 41,9 Entgeltpunkte bei Georg und 33,5 bei Sigrid, seit Rentenbeginn nur die regelmäßigen Rentenanpassungen, Rentenwert West, 40,79 Euro bis Juni 2026 und 42,52 Euro ab Juli 2026, alleinstehend, nur gesetzliche Rente, pflichtversichert in der Krankenversicherung der Rentner, erwachsene Kinder, Eigenanteil an Kranken- und Pflegeversicherung 12,15 Prozent im Dezember 2025 und 12,35 Prozent im ganzen Jahr 2026 (durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2,5 und 2,9 Prozent, Pflegeversicherung 3,6 Prozent), Pauschbeträge 102 und 36 Euro, Grundtarif 2026, keine Kirchensteuer und keine weiteren Abzüge. Die Jahresrente 2026 enthält sechs Monate vor und sechs Monate nach der Rentenanpassung von 4,24 Prozent. Steuerfreie Teile auf volle Euro gerundet. Mit einem anderen Zusatzbeitrag der eigenen Kasse ändern sich die Beträge um wenige Euro. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Beratung im Einzelfall.